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Wien

:: Frau Harnstick und das neue Jahr im AKH


Wien Service

stadtwien.netFrau Harnstick und das neue Jahr im AKH

Böller in der Hand, Sektflasche auf dem Kopf: Der Jahreswechsel ist nicht für alle ein großes Fest, sondern endet für viele im Spital – Ein Lokalaugenschein in der Unfallambulanz des Wiener AKH

 

Die Frau schreit, tritt um sich und beißt. Nur mit Mühe kann sie beruhigt und auf die Bahre gelegt werden. Die Mischung aus Alkohol und Benzodiazepinen ist schuld daran, dass die Verletzte so aggressiv ist. Für das Ärzte- und Schwesternteam in der Unfallambulanz des Wiener AKH nichts Ungewöhnliches - zumindest nicht in der Silvesternacht.

Je später der Abend, desto blauer die Gäste stimmt auch im Spital - was den 24 Stunden dauernden Dienst für die insgesamt neun Ärzte nicht leichter macht. Wenn die Patientinnen und Patienten so betrunken sind, dass sie auf Ansprache nicht mehr reagieren, ist es für die Mediziner nicht ganz einfach festzustellen, was eigentlich das Problem ist.

Szabolcs-Levente Paal weiß, dass Silvester immer einem bestimmten Ablauf folgt. "Dinner for one" im Krankenhaus, quasi. "Es beginnt so um 00.15 bis 00.30 Uhr. Zuerst kommen die Verletzungen mit Knallern, dann Stürze und Schnittverletzungen und dann Opfer von Prügeleien", sagt der Arzt, während er von einem in den nächsten Raum hastet, um Neuankömmlinge zu begutachten.

Seine Kolleginnen und Kollegen haben die paar ruhigen Minuten vor dem großen Ansturm noch genutzt, um sich das Feuerwerk über der Stadt anzusehen, ehe sie sich aufgeteilt haben - auf die Station im 19. Stock, den OP, den Schockraum und eben die Ambulanz.

Ein Fall für Raum acht

Ohne Unterlass bringt die Rettung Verletzte, humpeln Unfallopfer herein. Wie der junge Mann, der einen "Piraten" zu spät losgelassen hat. Seine rechte Hand ist geschwollen, Paal schickt ihn zum Röntgen - und entdeckt dann auf seinem Bildschirm, dass der Daumen gebrochen ist. Ein Fall für Raum acht, wo der Gips angelegt wird.

Plötzlich schrillt ein altmodisches Telefon. "Wenn sie diese Hitchcock-Klingel hören, ist das ein Alarmfall", erklärt eine Krankenschwester. "Verbrennungen zweiten und dritten Grades, Thorax und Gesicht, 18 Prozent verbrannt", gibt Paal an seinen Vorgesetzten Jochen Erhart weiter. Der organisiert Kollegen aus mehreren Abteilungen, die im "Schockraum" dann auf den Krankenwagen warten.

Mehr auf: derstandard.at

 

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