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Wien

:: 100 Jahre Frauentag

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100 Jahre Frauentag

Zwischen Kampftag und Kommerzialisierung, Parteiaufmarsch und Pressekonferenz: Rückblick auf eine bewegte Geschichte.

Am 19. März 1911 gingen in Österreich erstmals tausende Frauen und Männer auf die Straße, um für die Rechte von Frauen zu kämpfen. Seit damals gibt es in Österreich den Frauentag, er hat sich allerdings bezüglich seiner Inhalte, der Form und der AkteurInnen mehrmals gehörig gewandelt.

Drei Jahre lang hat sich ein Forschungsprojekt am Johanna-Dohnal-Archiv dem Frauentag in Österreich gewidmet: Maria Mesner, Heidi Niederkofler und Johanna Zechner durchforsteten drei Jahre lang Archive, Parteiaufzeichnungen und private Sammelstücke. Das Ergebnis ist jetzt in der Ausstellung „Feste.Kämpfe“ zu sehen, die die Geschichte des Frauentags in Bildern, Zeitungsausschnitten und Plakaten nachzeichnet.

Gleichstellung und Wahlrecht

Am 19. März wurde der erste Internationale Frauentag in Österreich, Deutschland und der Schweiz sowie Dänemark als politische Veranstaltung begangen. In Wien marschierten damals zwanzigtausend Frauen und Männer um den Ring. Der Tag selbst wurde ein Jahr zuvor auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz von Clara Zetkin vorgeschlagen, er sollte in erster Linie der Agitation für das Frauenwahlrecht dienen, das zu dieser Zeit den Frauen in den meisten europäischen Ländern verwehrt war. Getragen wurde dieser erste Frauentag daher hauptsächlich von sozialdemokratischen und kommunistischen Frauen, aber auch bürgerlich-liberale Frauen setzten sich für das Wahlrecht ein.

ach dem ersten Weltkrieg, ab 1919, wurde in Österreich das allgemeine und gleiche Wahlrecht (auch für Frauen) eingeführt. Daher fanden einige Jahre keine Frauentage statt. Bereits Anfang der 1920er Jahre wurde diese Tradition aber wieder aufgenommen. Zentrale Forderungen schon damals: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit oder die Straffreiheit für den Schwangerschaftsabbruch. "Diese Forderungen sind in dem Zusammenhang zu sehen, dass mit dem Frauenwahlrecht eine neue Wählerinnenschicht erschlossen werden musste", erklärt Historikerin Maria Mesner, "vor allem die sozialdemokratische und die kommunistische Partei versuchten, potenzielle Wählerinnen mit dem Setzen dieser als frauenrelevant erachteten Themen zu erreichen."

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