:: Armut in Österreich
Armut in Österreich - gibt es sie?
Hungernde, frierende und verzweifelte Familien gibt es auch in Österreich. In einem so reichen Land muss das nicht sein, sagt Caritas-Chef Küberl und startet im November die Hilfskampagne „Wärme schenken“.
rund genug, um im November die Caritas-Inlandshilfe „Wärme schenken“ zu starten – eine Kampagne, in der Spenden für Not leidende Frauen, Kinder und Männer in Österreich gesammelt werden. „Armut macht krank und einsam. Manche Menschen müssen mit ein paar Euro pro Tag für Essen, Kleidung und Hygieneartikel auskommen“, so Küberl beim Startschuss der Initiative im Rupert-Mayer-Haus für Obdachlose in Wien. „Eine defekte Heizung kann da schon zu einer finanziellen Überforderung werden, der Schulanfang ein großes Loch in das Familienbudget reißen.“
Viele fühlten sich allein gelassen und gedemütigt. „In einem reichen Land wie Österreich muss das nicht sein“, beklagt Küberl. Wobei er nichts gegen Reiche habe. „Es muss auch Starke geben – wenn sie sich ihren Wohlstand ehrlich verdient haben. Ich will hier nicht die General-Armut ausrufen, was ich fordere, ist ein General-Lebensrecht. Und dazu müssen wir alle beitragen.“ Wenn es anscheinend nicht mehr weitergehe, könne eine kleine Spende Wärme schenken. „Ein ausführliches Gespräch in der Sozialberatung, ein Platz in einem Obdachlosenheim, ein Zuschuss zu den Heizkosten, eine kräftigende Suppe.“ Diese Zeichen der Menschlichkeit machten den Unterschied zwischen Verzweiflung und Hoffnung.
Beispielhafte Hilfsprojekte
Das Rupert-Mayer-Haus, das 66 Frauen und Männern eine vorübergehende Unterkunft bietet, sei ein Paradebeispiel für Caritas-Hilfsprojekte. Um einen Einblick in weitere bewährte Einrichtungen zu ermöglichen, begleitete Küberl Medienvertreter auch durch die Wohngemeinschaft WeGe für Haftentlassene in Wels und das Mutter-Kind-Haus in St.Pölten. Die 1993 gegründete WeGe bietet Haftentlassenen in zwölf Einzelzimmern und sechs externen Wohnungen eine zeitlich begrenzte, betreute Wohnmöglichkeit und die Chance auf einen Neuanfang. Sozialarbeiter stehen den Bewohnern bei Behördengängen zur Seite, unterstützen sie beim Aufbau neuer Beziehungen und beraten bei der Schuldenregulierung. 130 Euro kostet ein Zimmer pro Monat.
„Mir wurden in der WeGe neue Perspektiven für ein straffreies Leben eröffnet“, schwärmt Exbewohner Herbert. Der 60-Jährige saß wegen eines Banküberfalls neun Jahre im Gefängnis und verbrachte fast zwei Jahre in der Wohngemeinschaft, ehe er vor kurzem eine eigene Wohnung bezog. „In der Haft wird man zur Unselbstständigkeit erzogen, man verlernt, soziale Kontakte herzustellen. Hier aber wurde ich Schritt für Schritt auf mein neues Leben in Freiheit vorbereitet. Ich kann diese Einrichtung gar nicht genug loben.“
Mehr Infos auf: www.diehelferwiens.at
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